Austausch mit dem KLUWO
Wolfsprävention & Gehegesicherheit gemeinsam weiterentwickeln
Im Rahmen eines intensiven Fachgesprächs traf sich der Vorstand der Regionalgruppe Mitte-West mit dem KLUWO – dem Koordinationszentrum Luchs und Wolf.
Anwesend waren unter anderem:
- Matthias Eul, 1. Vorsitzender
- Thomas Röttger, Vorstandsmitglied
- Christian Müller, 2. Vorsitzender
Ziel des Treffens war es, praxisnahe, förderfähige und technisch realistische Lösungen zur Sicherung von Wildgehegen im Wolfspräventionsgebiet zu entwickeln.
Ein zentrales Problem: Viele bestehende Gehege entsprechen nicht mehr den aktuellen Wolfspräventionsstandards. Gleichzeitig sind vollständige Neuerrichtungen für zahlreiche Betriebe wirtschaftlich nicht tragbar.
Deshalb verfolgen wir einen strukturierten Ansatz:
1. Technische Weiterentwicklung
Eine von Matthias Eul entwickelte Innovation im Bereich Untergrabschutz wurde vorgestellt. Diese Lösung zielt darauf ab, eine praxistaugliche, kosteneffiziente und langlebige Sicherung gegen Untergraben zu ermöglichen. Das KLUWO prüft aktuell die Förderfähigkeit dieser Innovation.
2. Entwicklung eines Praxisleitfadens
Gemeinsam soll ein klarer, verständlicher Leitfaden entstehen, der:
- Mindestanforderungen definiert
- technische Lösungen darstellt
- Fördermöglichkeiten transparent macht
3. Musteraufbau & Austausch mit Herstellern
Geplant ist ein realer Musteraufbau, um praktikable Systeme zu demonstrieren und Herstellern klare Anforderungen zu kommunizieren.
4. Einheitlicher förderfähiger Mindeststandard
Langfristiges Ziel ist ein klar definierter Standard, der:
- Rechtssicherheit schafft
- Förderfähigkeit garantiert
- Planungssicherheit für Betriebe bietet
Unser Anspruch ist es, nicht nur auf neue Anforderungen zu reagieren, sondern aktiv Lösungen mitzugestalten.
Projekt „Luchs“ – Managementplan Rheinland-Pfalz Koexistenz braucht faire Rahmenbedingungen
Der neue Luchs-Managementplan des Landes Rheinland-Pfalz betrifft unmittelbar alle Gehegewildhalter im Land. Als Berufsverband haben wir den Entwurf intensiv analysiert, betriebliche Auswirkungen geprüft und eine fundierte mehrseitige Stellungnahme beim zuständigen Ministerium eingereicht.
Unsere Haltung ist klar:
Wir stehen für Artenschutz.
Wir stehen für Biodiversität.
Wir stehen aber genauso für die Betriebe, die täglich Tiere versorgen, Landschaft pflegen und hochwertige Lebensmittel erzeugen.
Eine weitere Ausweitung der Luchspopulation unterstützen wir grundsätzlich — jedoch nur unter Bedingungen, die fair und tragfähig sind.
Unsere Kernforderungen:
- Faire und schnelle Entschädigung bei Rissen
- Dauerhafte Unterstützung bei Präventionsmaßnahmen (Zäune, Strom, Wartung)
- Klare Zuständigkeiten zwischen Land und Betrieben
- Mitsprache der Verbände bei strategischen Entscheidungen
- Wissenschaftlich fundierte Populationsentwicklung
Was wir nicht akzeptieren können, ist eine Situation, in der landwirtschaftliche Betriebe die Hauptlast politischer Naturschutzentscheidungen tragen.
Unser Ziel lautet: Koexistenz – aber fair. Für Mensch, Tier und Natur.